Doppelköpfe

Ein Roman über Freundschaft und Sinnsuche und über die Begegnung mit unseren Kinderbuchhelden.

„Was ist eigentlich aus Pippi Langstrumpf geworden?“ Die Frage ihrer Enkelin lässt Charlotte nicht mehr los. Sie erzählt ihren Freunden davon, doch die hören kaum zu. Zu sehr sind sie mit sich und ihren Alltagssorgen beschäftigt. Da hat Charlotte eine Idee, die das Leben der vier verändern und die Frage beantworten wird.

„Schläfst du? Mann, das war unser Stich.“ „Tut mir leid. Ich bin heute nicht ganz bei der Sache.“ Bei der wöchentlichen Doppelkopfrunde drehen sich die Gespräche am Rande meistens um Alltäglichkeiten. Mal geht es um politische Plänkeleien, mal um Dauerbaustellen in der Stadt oder Ärger bei der Arbeit. Was die vier Freunde jedoch beschäftigt und belastet, wenn sie die Dunkelheit der Nacht einholt oder sie alleine sind, darüber sprechen sie nicht. Doch Charlotte quält die Einsamkeit, seitdem ihr Mann gestorben ist. Thomas sieht seine berufliche Existenz als Versicherungsmakler durch die gesellschaftliche Entwicklung und die Digitalisierung in Gefahr. Stefan steht kurz vor dem Ruhestand und weiß nicht, was er dann machen soll. Und Mareike leidet als Krankenschwester unter der geringen Wertschätzung und dem Dauerstress bei der Arbeit im Krankenhaus. 

Als Taschenbuch und E-Book erhältlich 
ISBN: 978-3-819-24239-7   I    14,00 EUR

Den Roman Doppelköpfe in jeder Buchhandlung oder im Internet oder direkt im BoD-Shop bestellen.

Können Kinderbuchhelden beim Älterwerden helfen?

Na, klar!

Gestützt auf die Geschichten von Astrid Lindgren, Erich Kästner, Mark Twain und anderen Kinder- und Jugendbuchautoren erzählt Bettina Brucker die Entwicklung der Romanfiguren aus wechselnden Perspektiven. 

Meine Leser:innen

... mögen meinen Schreibstil, die kurzen und prägnanten Sätze. Sie haben Spaß beim Lesen und freuen sich über meine literarischen Impulse fürs eigene Älterwerden. 

Leseprobe

DIE VIER

1.

 

Charlotte warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. ‚Ups, da werde ich mal wieder zu spät kommen.‘ Wo war bloß der Schlüssel? Und die Handtasche …? Sie wirbelte durch die Diele, ihre Tunikabluse flatterte wild um sie herum. Ah! Da war er ... in ihren Schuh gefallen. Und die Handtasche stand gleich daneben. ‚Die anderen warten sicher schon ungeduldig auf mich.‘ Das dachte sie jedes Mal, wenn sie aus dem Haus ging, um sich mit ihren Freunden zum Doppelkopf zu treffen. 

Was das Zuspätkommen anging, hatte sich seit Kindertagen nichts geändert. Wie eh und je legte sie einen Spurt auf ihrem Fahrrad ein. ‚Puh,‘ schnappte sie nach Luft und öffnete die Knöpfe ihres Mantels, bis er wie ein Zorro-Umhang hinter ihr hersegelte. Schließlich riss sie sich noch das Tuch vom Hals, um nicht vollends schweißgebadet bei ihren Freunden anzukommen. 

Wie immer wartete niemand auf sie. Alle saßen entspannt beim Kölsch, quatschten miteinander und schlossen Wetten ab, wie viel Charlotte heute wieder zu spät sein würde. Wer am meisten daneben lag, musste dem Gewinner ein Kölsch bezahlen. 

 

Hallöchen“, rief Charlotte schon in der Kneipentür und fegte in den gemütlichen Gastraum. „Ein Kölsch für mich bitte“, rief sie Carlos hinter der Theke im Vorbeigehen zu. 
„Geht klar, Madam“, grinste er und zapfte das Bier.

„Schon wieder ich.“ Halb schmunzelnd, halb missmutig lehnte sich einer der beiden Männer am Tisch zurück und blickte ihr entgegen. „Charlotte, kannst du nicht einmal früher da sein. Immer muss ich ein Kölsch ausgeben.“ Um seinem Unmut noch mehr Ausdruck zu geben, klopfte er mit der flachen Hand auf die Tischkante.
...

Leser*innen-Kommentare

*Am Anfang war Charlotte und ihr Hollandrad. Dann kam der Zeitdruck, unter den sie sich setzt. Spätestens mit ihrem "Hallöchen" bin ich bei der Lektüre in Köln gelandet, natürlich beim Kölsch. In der Ubierschänke und am Barbarossaplatz, den wir aus eigener Erfahrung kennen. Und dann das schöne, so lebenswichtige wie oberflächliche Quatschen unter Freunden. Kölle-Atmosphäre und Milieuzeichnung. Mit Charlottes Entschluss etwas Neues anzugehen, gewinnt das Buch psychologische Tiefe. Da beginnt mein Interesse am Weiterlesen, Genaueres erfahren zu wollen, der Flow. Sie liest sich leicht, die Erzählung ist linear gehalten, hat Gehalt. Kommunikative Spannungen werden deutlich, alle Personen gewinnen jetzt erkennbar an Profil. Die Idee mit den Helden der Kindheit erweist sich als gewinnbringend, zeigt nach und nach, wie würzig, manchmal fast scharf doch der normale Alltag sein kann. Rein lesetechnisch sind die "Doppelköpfe" auch mit ihren überschaubaren Kapiteln gelungen. Die kurzen Kapitel lesen sich zügig und genussvoll wie ein Kölsch getrunken wird. Zum Wohl - prost auf die Doppelköpfe. 
(Bertold O.)  

*Ich bin einfach in die Geschichte abgetaucht, die sich flüssig liest und die mich in die Handlung gezogen hat. Großartig! Und super geschrieben. Ich liebe jede einzelne Figur und deren Entwicklung. Einfach toll und was für ein genialer Schluss!

(Petra K.)


*Vielen Dank für ein solch tolles Buch. Schöner Sprachstil und sehr schönes Cover von Phillipe De Sutter. Es hat genau meinen „Nerv“ getroffen. Sinn und Neuausrichtung nach Ende des Arbeitslebens … Fragen, die mich zusehends beschäftigen. Wie damals vor Jahren im Studium. Ausprobieren, Verändern und Machen. Nicht immer nur beim Gleichen bleiben, sondern sich neu aufstellen durch Hineinversetzen in andere. Dank an Pippi, Huck, Ronja und Emil. Ich werde das Buch zeitnah nochmals studieren und hoffe auf weitere Antworten für mein weiteres Leben. 
(Oliver D.)

*Das Buch hat mich sehr gefesselt. Bei jeder Figur zeigt sich irgendwann ein Teil, der meiner hätte sein können. Deshalb fand ich es wohl auch so spannend. Vielen Dank dafür! Und nun überlege ich mir, welches Kinderbuch passend für mich wäre ...

(Ingrid B.)

*Ich mag den Schreibstil sehr. Kurze, prägnante Sätze, abwechslungsreich geschrieben. Besonders hat es mir gefallen, auf welch unterschiedliche Weise die einzelnen Personen „getrennt voneinander“ beschrieben und deren Leben erzählt werden. Durch die Darstellung der einzelnen Charaktere nimmt das Buch „Fahrt auf“ und macht Lust zum Weiterlesen. Es ist eine Erzählung, die zum Nachdenken anregt, wobei die Handlung durchaus so in der Realität geschehen sein könnte. Es ist ein Buch, das man gerne gemütlich in eine Decke gekuschelt auf der Couch lesen mag.

(Petra B.)

Bettina Brucker

Mein Roman

Durch ein Stipendium der VG Wort ist meine Geschichte aus der Schublade ins Buch gewandert.

Meine Vision

Am liebsten bin ich glücklich und zufrieden. Und ich mag es, wenn eine Geschichte ein Happy End hat.

Meine Werte

Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Eine Blume, eine Biene, ein Lächeln.

Dein direkter Kontakt zur Autorin :-)